Schmerztherapie mit Radionukliden

SamariumNeuDie SAMARIUM THERAPIE ist eine ambulante Schmerztherapie von Knochenmetastasen bei bösartigen Erkrankungen.

 

Verwendetes Mittel: 153-Samarium (EDTMP)


Was ist die Indikation für die Therapie?

Schmerzen bei osteoblastischen Knochenmetastasen (z.B. bei Prostata-Ca, Mamma-Ca)


Was ist der Zweck der Therapie?

Besserung der Lebensqualität und Möglichkeit der Dosisreduktion nebenwirkungsreicher Schmerzmedikamente.


Wie läuft die Therapie ab?

Die Behandlung erfolgt einmalig ambulant, vom Ablauf ähnlich wie der Ablauf einer Skelettszintigraphie, d.h. der Patient bekommt in die Armvene eine radioaktive Substanz gespritzt, die Dosis richtet sich nach dem Körpergewicht. Die radioaktive Substanz wird von Knochen aufgenommen, vor allem von den überaktiven Knochenmetastasen, die dadurch gezielt bestrahlt werden. Nach etwa 2-3 Stunden wird ein Verteilungsszintigramm aufgezeichnet, bei der die Anreicherung in den Knochenmetastasen nachgewiesen werden kann.

Der Beginn der Schmerzlinderung setzt meist innerhalb einer Woche ein, die Wirkdauer beträgt bis zu 4 Monaten und länger. Die Therapie ist wiederholbar. Eine signifikante Schmerzreduktion wird bei ca. 80 % aller behandelten Patienten erreicht.


Ist eine spezielle Vorbereitung notwendig?

Eine spezielle Vorbereitung ist nicht notwendig. Voraussetzung für die Therapie ist jedoch das Vorhandensein multipler osteoblastischer Skelettmetastasen, sichtbar im Knochenszintigramm, und ein unauffälliges Blutbild hinsichtlich der Thrombozyten und Leukozyten.


Müssen Medikamente vorher abgesetzt werden?

Nein


Gibt es Nebenwirkungen?

Als direkter Effekt auf die Therapie kann es in den ersten Tagen zu einer Zunahme der Schmerzsymptomatik kommen (Flare-Phänomen), was als günstiges Ansprechen auf die Therapie gewertet werden kann, spontan wieder abklingt und auf Schmerzmedikamente gut reagiert.

Ferner wird im Allgemeinen im Blutbild eine Abnahme der Leukozyten und der Thrombozyten beobachtet. Die Abnahme erreicht ihr Maximum meistens nach ca. 5-6 Wochen und kehrt gewöhnlich spätestens 8 Wochen nach der Behandlung wieder auf die Ausgangswerte zurück. Ansonsten wird die Substanz in der Regel sehr gut vertragen, direkte Nebenwirkungen (wie beispielsweise Schwindel, Hitzegefühl, Kopfschmerzen) und allergische Reaktionen sind äußerst selten und bezüglich ihrer Intensität meist allenfalls gering ausgeprägt.


Wann darf die Therapie nicht durchgeführt werden?

Eine strikte Kontraindikation stellt lediglich eine Schwangerschaft dar, ferner eine bekannte Unverträglichkeit gegenüber dem Präparat.
Darüber hinaus sollte die Therapie nicht gleichzeitig mit einer Chemotherapie oder einer externen Halbkörperbestrahlung eingesetzt werden.


Wie hoch ist die Strahlenbelastung?

Erwünscht hohe Strahlenbelastung für die Knochenmetastasen bei nur geringer Strahlenbelastung von gesundem Gewebe. Wegen der nur geringen Reichweite der überwiegenden Betastrahlung (maximal 3 mm) ergibt sich auch keine größere Strahlenbelastung für Angehörige.