Schilddrüsendiagnostik (SD)

Patientengespraech-top-04-7489Die Schilddrüse ist das Kraftwerk unseres Körpers, der Motor des Stoffwechsels. Ihre Hormone beeinflussen unsere gesamte körperliche Entwicklung, wie beispielsweise Wachstum, Gewicht, Haut, Haare, Muskulatur und auch die seelische Verfassung hängt wesentlich von der Funktion der Schilddrüse ab. Erkrankungen bzw. Fehlfunktion der SD haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf unseren Körper und unser Wohlbefinden.

Etwa 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland haben eine Schilddrüsenerkrankung, doch viele der Männer und Frauen, die unter einer Fehlfunktion der Schilddrüse leiden, wissen es noch nicht einmal. Das muss nicht sein, denn Schilddrüsenerkrankungen lassen sich heute sehr gut erkennen und behandeln.

Die Symptome bei einer Erkrankung der Schilddrüse sind vielfältig, denn der gesamte Stoffwechsel kann dabei gestört werden. Starkes Schwitzen, drastische Gewichtszu- oder Abnahme, Schwindelattacken, Nervosität, Depressionen oder erhöhter Blutdruck gehören zu den häufig vorliegenden Symptomen. Bei den über 45jährigen ist sogar jeder Zweite betroffen.

Dabei erkranken Frauen und Männer fast in gleicher Häufigkeit, wobei es sich hier um Funktionsstörungen der Schilddrüse (Über- und Unterfunktion), um Entzündungen (insbesondere Hashimoto Thyreoiditis) oder aber auch um Schilddrüsen-vergrößerungen (diffus oder knotig) handeln kann. Patienten mit Schilddrüsen-Karzinomen (nur 1 Fall eines Schilddrüsencarcinoms auf ca. 6000 gutartige Knoten) haben allgemein eine sehr gute Prognose und in den allermeisten Fällen Heilungschancen. Auch hier wird in Abhängigkeit von dem Typ und dem Stadium des Schilddrüsenkarzinoms ein individuelles Behandlungskonzept erstellt, einschließlich eines individuellen Konzeptes zur Nachsorge.

Pro Jahr werden übrigens in Deutschland ca. 90 Tausend Schilddrüsenoperationen durchgeführt. Hinzu kommen etwa noch 60 Tausend Radiojodtherapien. Diese Zahlen verdeutlichen, wie wichtig es ist, dass bei Vorsorge-Untersuchungen ein Schilddrüsen-Check durchgeführt wird.


Wann ist eine Schilddrüsendiagnostik indiziert bzw. erforderlich?

Es gibt eine Vielzahl von Symptomen und Beschwerden, die bei uns Menschen eine Schilddrüsendiagnostik erforderlich machen. Dies können z.B. lokale Beschwerden im Halbereich sein oder verschiedene Allgemeinsymptome. Häufig fallen auch in Hausärztlichen Untersuchungen durch Zufall knotige Veränderungen, Fehlfunktionen (Über- und Unterfunktion) oder auch Entzündungen (z.B. Hashimoto Thyreoiditis) der Schilddrüse auf, die einer weiteren Abklärung bedürfen. Da Schilddrüsenerkrankungen häufig vererbt werden, so kann hier ebenso eine Kontrolle bei einem Spezialisten sinnvoll sein. Auch bei unerfülltem Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft kann eine Schilddrüsenabklärung notwendig werden. Sehr wichtig ist auch bei der ADS/ADHS Diagnostik die Untersuchung der Schilddrüse. Schilddrüsenüber- bzw. Unterfunktionen lösen einige Symptome aus, die ADHS sehr ähneln. Daher sollte/muss eine Fehlfunktion der Schilddrüse vorher ausgeschlossen werden, um eine zuverlässige ADS/ADHS Diagnose zu erhalten.


Wie wird die Untersuchung durchgeführt?

SD-Sonographie-297Die Kenntnis von Anamnese, Medikation, Begleiterkrankungen sowie der klinische Untersuchungsbefund unter Berücksichtigung des Lebensalters des Patienten stellen die Basis für die Auswahl und Reihenfolge der speziellen Schilddrüsendiagnostik dar. Der Einsatz technischer Verfahren wird durch die klinische Fragestellung bestimmt. Es werden Fragen nach der Schilddrüsen-funktion, der Schilddrüsengröße und der Schilddrüsenbeschaffenheit (Knoten) beantwortet. Die medizinische Untersuchung der Schilddrüse umfasst Anamnese, körperliche Untersuchung, Sonographie, ggf. Szintigraphie, Laborbestimmung, ggf. Feinnadelpunktion bzw. ergänzende Maßnahmen. Die erforderlichen Untersuchungen sind weder schmerzhaft noch gefährlich. Welche Verfahren im Einzelnen bei Ihnen angewendet werden, richtet sich nach der Anforderung des überweisenden Arztes, aber auch nach dem Verlauf des Untersuchungsgangs. Wir werden uns bemühen, Sie über alle Vorgänge und Befunde gewissenhaft zu informieren. Der endgültige Befund steht jedoch erst nach Auswertung der Bluttests, ggf. der szintigrafischen Aufnahmen usw. fest. Ihr Hausarzt wird etwa 14 Tage nach dem Untersuchungstermin einen abschließenden Befundbericht mit detaillierten Behandlungsvorschlägen (sofern erforderlich) erhalten. Bitte besprechen Sie die abschließenden Ergebnisse dann mit ihm.

Buch_Moedder_1Weitere detaillierte Auskünfte und Informationen über Aufbau und Funktion der Schilddrüse, über die verschiedenen unterschiedlichen Erkrankungen und Untersuchungen der Schilddrüse sowie über mögliche Thearpien gibt unser Praxisgründer und Seniorpartner Prof. Mödder in seinem RATGEBER SCHILDDRÜSE. Das gesamte Buch oder auch einzelne Kapitel können Sie als Patient gerne als PDF-Datei zum privaten Gebrauch herunterladen.

 

Was ist bei einer Schilddrüsenuntersuchung zu beachten?

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass Termine für eine Schilddrüsenuntersuchung nur nach telefonischer Terminabsprache reserviert werden können. Sowohl für gesetzlich versichert Patienten (ein Überweisungsschein ist erforderlich) als auch für privat versicherte Patienten können Termine vereinbart werden. Bitte bringen Sie zur Schilddrüsenuntersuchung alle Vorbefunde von früheren Arztbesuchen und Krankenhausaufenthalten mit. Bitte nehmen Sie auch eine genaue Liste aller Medikamente mit, die Sie einnehmen. Am Morgen der Untersuchung müssen Sie nicht nüchtern bleiben. Allerdings sollten Sie an diesem Tag auf die Einnahme Ihrer Schilddrüsenmedikamente verzichten, da sonst die Blutwerte beeinflusst werden können. Günstig wäre es, wenn Sie am Untersuchungsmorgen Ihre Kleidung so wählen könnten, dass der Hals leicht zugänglich ist; auch Halsschmuck sollte vor der Untersuchung abgelegt werden.


Was wir von Ihnen wissen wollen

Wir dürfen Sie schon vor Beginn der Untersuchung bitten, die folgenden Fragen zu überdenken, um sie dem Arzt dann gezielt zu beantworten:

  • Sind in Ihrer Familie Schilddrüsen-Krankheiten bekannt? Welche? Bei wem?
  • Wurde Ihre Schilddrüse schon einmal untersucht oder behandelt? Wann? Wo? Wie?
  • Haben Sie Beschwerden im Hals? Welche, wie oft, wie lange schon?
  • Liegt eine Schwangerschaft vor, oder könnten Sie eventuell schwanger sein? Hat sich Ihr Periodenzyklus verändert?
  • Nehmen Sie derzeit regelmäßig Medikamente ein? Welche? Auch Hormonpräparate oder Verhütungsmittel?
  • Sind Sie in letzter Zeit ungewöhnlich müde und lustlos? Oder nervöser als sonst, launisch, reizbar?
  • Sind Sie sehr wärme- oder kältempfindlich, frieren oder schwitzen Sie mehr als früher?
  • Leiden Sie unter Anfällen von Herzrasen, auch in Ruhe oder nachts? Gibt es andere Herzbeschwerden?
  • Wie haben sich Appetit, Stuhlgang und Gewicht in den letzten Monaten entwickelt? Haben Sie auffällig zu- oder abgenommen?
  • Leiden Sie unter Händezittern, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen?
  • Sind in der Vergangenheit andere ernsthafte Krankheiten aufgetreten? Welche? Wann?
  • Wurden Sie in den letzten Monaten geröntgt? Mit Kontrastmittel-Infusion, wie bei Herzkatheter, Nierenuntersuchung, Computer-Tomogramm?