Parkinsondiagnostik (DaTSCAN)

Screenshot-Hirnszintigraphie-top-01Im Rahmen der Parkinsondiagnostik wird eine spezielle Szintigraphie des Gehirns durchgeführt (DaTSCAN). Diese Untersuchung überprüft die Funktionsfähigkeit besonderer Nervenbindungen in einem bestimmten Hirnareal. Ziel ist es mit dieser Untersuchung Informationen über die Ursache einer bestehenden oder verdächtigten Bewegungsstörung zu erlangen (M. Parkinson, essentieller Tremor usw.).

 

 

Weitere Bezeichnungen: Hirnszintigraphie, Dopamintransporterszintigraphie, DaTSCANTM
Verwendetes Radionuklid: 123 Jod-FP-CIT

 

Was ist ein DaTSCAN?

Ein DaTSCAN ist eine nuklearmedizinische Untersuchung, um die Funktionsfähigkeit bestimmter Nervenverbindungen im Gehirn (sogenannte Dopamin-Transporter) zu überprüfen und bildlich darszustellen. Das Ziel ist es, mit dieser Untersuchung Informationen über die Ursache einer bestehenden oder verdächtigen Bewegungsstörung zu bekommen.

 

Wann ist die Untersuchung erforderlich (Indikation)?

Ein DatScan wird in der Diagnostik des krankhaften Tremors (Zittern) eingesetzt, z.B. zur Abgrenzung von organischen Störungen bei bestimmten Parkinsonsyndromen (z.B. Morbus Parkinson - im Volksmund auch Schüttellähmung genannt - oder MSA ) vom essentiellen Tremor. Der essentielle Tremor z.B. ist eine Form des Tremors ohne direkt erkennbare neurologische Grunderkrankung. Er gehört zu den häufigsten Bewegungsstörungen in der Bevölkerung und nimmt mit dem Alter zu. Parkinsonsyndrome dagegen sind dadurch gekennzeichnet, dass Nervenzellen in einem bestimmten Hirnareal, der sogenannten Substantia nigra, zugrunde gehen bzw. degenerieren. Im Falle eines Verlustes der Funktion der untersuchten Nervenverbindungen kann bei der Untersuchung eine verminderte Anreicherung der radioaktiv markierten Substanz beobachtet werden, nicht aber bei anderen Erkrankungen wie z.B. dem essentiellen Tremor. Bei einem normalen Ausfall der Untersuchung kann ein Parkinsonsyndrom zu etwa 97% ausgeschlossen werden. Bei einem krankhaften Ergebnis kann ggf. eine Szintigraphie mit IBZM angeschlossen werden zur Differenzierung eines M. Parkinsons oder einer MSA (Multisystematrophie).

 

Wie läuft die Untersuchung ab?

In die Blutbahn bzw. in eine Vene am Arm wird eine geringe Menge einer radioaktiv markierten Substanz gespritzt, die sich etwa 3 Stunden nach der Injektion optimal in zentralen Hirnarealen (dem Striatum) anreichert. Während der Untersuchung von ca. 45 Minuten muß der Patient möglichst ruhig auf einer besonderen Untersuchungsliege verbringen. Es werden dabei spezielle tomographische Aufnahmen des Kopfes mit einer sogenannten Gammakamera aufgezeichnet, die sich dabei langsam um den Kopf des Patienten dreht. Die Auswertung der Untersuchung erfolgt nach Anfertigung aller Aufnahmen. Es sollte eine Gesamtzeit von etwa 5 Stunden für die Untersuchnung eingeplant werden.



Ist eine spezielle Vorbereitung notwendig?

Da auch durch eine geringe Menge des radioaktiven Präparates (enthält radioaktives Jod-123) die Schilddrüse beeinflußt werden könnte, so wird die Schilddrüse ab dem Tag vor der Untersuchung bis zum Tag nach der Untersuchung mit jeweils 3x 20 Tropfen Irenat, die jeweils zu den Mahlzeiten eingenommen werden sollen, geschützt (Jodaufnahme in die Schilddrüse wird durch diese Maßnahme verhindert).

Darüber hinaus sollte am Untersuchungstag kein Kaffee oder schwarzer Tee getrunjen werden, ferner sollte jeglicher Tabakkonsum eingeschränkt werden. Es ist jedoch nicht notwendig, zur Untersuchung nüchtern zu erscheinen.


Müssen Medikamente vorher abgesetzt werden?

Einige Medikamente beeinflussen die Funktionen der untersuchten Nervenverbindungen. Fragen Sie daher vor der Untersuchung ihren Neurologen oder Nuklearmediziner, ob und welche Medikamente eventuell abgesetzt werden müssen. Bitte bringen Sie zu der Untersuchung eine Liste aller Medikamente mit, die Sie einnehmen.


Gibt es Nebenwirkungen?

Die Substanz wird in der Regel sehr gut vertragen, Nebenwirkungen (wie beispielsweise Schwindel, Hitzegefühl, Kopfschmerzen) und allergische Reaktionen sind äußerst selten und bezüglich ihrer Intensität meist allenfalls gering ausgeprägt.


Wann darf die Untersuchung nicht durchgeführt werden (Kontraindikationen)?

Eine strikte Kontraindikation stellt lediglich eine Schwangerschaft dar. Bei stillenden Müttern kann die Untersuchung grundsätzlich durchgeführt werden, sofern eine Stillpause von mindesten 4 Tagen eingehalten wird. Ferner sollte die Untersuchung bei schon bekannten Unverträglichkeit gegenüber dem Präparat nicht durchgeführt werden.


Wie hoch ist die Strahlenbelastung?

Da die Substanz nur schwach radioaktiv ist, so ist die Untersuchung nur mit einer geringen Strahlenbelastung verbunden, die in etwa in der Größenordnung anderer radiologischer Untersuchungen liegt, hier vergleichbar mit der Strahlenbelastung bei einer Computertomographie.

 

Wer bezahlt die Untersuchung?

Die DaTSCAN Untersuchung ist eine Regelleistung von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen.