Nierendiagnostik (Nierenszintigraphie)

Nierenszintigraphie-top-01-936Die Nierenszintigraphie ist eine spezielle Untersuchung der seitengetrennten Nierendurchblutung bzw. der Nierenfunktion und der Ausscheidungsleistung beider Nieren. Viele krankhafte Veränderungen der Nieren können dadurch erkannt werden (z.B. Entzündungen, Tumore, Harnstau, Bluthochdruck, Kontrolle nach Nierentransplantation).

Weitere Bezeichnungen: Nierenfunktionsszintigraphie, Nieren-Clearance
Verwendetes Kontrastmittel: Tc-99m Mag3 (Mercaptylacetyltriglycine)



Was ist eine Nierenszintigraphie?

Die Nierenszintigraphie ist ein nuklearmedizinisches Untersuchungsverfahren zur seitengetrennten Beurteilung der Nierenfunktion (Nierenclearance), des Harnabflusses in die Harnblase aber auch von Nierenlage, -form und -größe. Dabei wird die Ausscheidung einer nierengängigen radioaktiven Substanz über die Nieren gemessen. Störungen der Nierenfunktion können mit dieser Untersuchung frühzeitig nachgewiesen werden, bevor sie im Rahmen von Laboruntersuchungen überhaupt auffallen.

 

Wann ist diese Untersuchung erforderlich (Indikation)?

Durch diese Untersuchung können frühzeitig Folgen von Erkrankungen auf Nierendurchblutung, Nierenfunktion und Ausscheidung abgeschätzt werden,wie z.B.:

  • Erkennen von allgemeinen Nierenfunktionsstörungen nach Erkrankungen der Nieren (z.B. Entzündungen, Tumore)
  • Seitengetrennte Beurteilung der Nierendurchblutung und Funktion z.B. bei Lebendnierenspendern oder vor Nierenoperationen
  • Diagnose von Harnabflussstörungen
  • Einschätzung der Relevanz von Einengungen der Nierenarterien (mögliche Ursache eines Bluthochdrucks)
  • Bei Nierentransplantation zur Verlaufskontrolle der Nierenfunktion
  • Bei Kleinkindern mit Missbildungen der Harnwege zur Untersuchung des Harnabflusses


Wie läuft die Untersuchung ab?

Es handelt sich um eine nicht-invasive Untersuchung, bei der der Patient eine kleine Menge einer radioaktiv markierten Substanz in die Armvene  gespritzt bekommt. NiereInjNeu2Diese Substanz reichert sich schnell im Nierengewebe an und wird von diesem ausgeschieden. Über einen Zeitraum von etwa 40 Minuten werden mit Hilfe einer Gammakamera, die im Rücken des meist liegenden Patienten positioniert ist, Bilder aufgezeichnet. Anhand der Schnelligkeit der Ausscheidung der Substanz kann nicht nur die Gesamtnierenfunktion berechnet werden, sondern auch der prozentuale Anteil jeder einzelnen Niere. Darüber hinaus können Harnabflussstörungen, wie zum Beispiel bei einem erweiterten Nierenbecken, einer Nierenbecken- Abgangsenge oder Harnleiterstenosen, dokumentiert werden.


Ist eine spezielle Vorbereitung notwendig?

Eine besondere Vorbereitung des Patienten ist nicht erforderlich, innerhalb von 30 min vor der eigentlichen Untersuchung sollte der Patient allerdings ausreichend viel trinken (etwa 1 l), um eine gute Ausscheidung zu erreichen.
Die Gabe von Röntgenkontrastmittel sollte mindestens 48 h zurücklegen, da hierdurch Ergebnisse verfälscht werden können.


Müssen Medikamente vorher abgesetzt werden?

Im Allgemeinen müssen Medikamente vorher nicht abgesetzt werden. Bei speziellen Fragestellungen können aber spezielle Blutdruck senkende Medikamente das Untersuchungsergebnis beeinflussen, im Zweifel fragen Sie bitte vorher.


Gibt es Nebenwirkungen?

Die Substanz wird in der Regel sehr gut vertragen, Nebenwirkungen (wie beispielsweise Schwindel, Hitzegefühl, Kopfschmerzen) und allergische Reaktionen sind äußerst selten und bezüglich ihrer Intensität meist allenfalls nur gering ausgeprägt.


Wann darf die Untersuchung nicht durchgeführt werden (Kontraindikationen)?

Eine relative Kontraindikation stellt lediglich eine Schwangerschaft oder eine Stillzeit dar.


Wie hoch ist die Strahlenbelastung?

Da die verwendete Substanz nur schwach radioaktiv ist und schnell wieder ausgeschieden wird, so ist diese Untersuchung nur mit einer sehr geringen Strahlenbelastung verbunden, etwa im Bereich einer normalen Röntgenuntersuchung.

 

Wer bezahlt die Untersuchung?

Die Nierenszintigraphie ist eine Regelleistung von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen.