Lungendiagnostik (Lungenszintigraphie)

Screenshot-Lungenszintigraphie-top-01Die Lungenszintigraphie ist eine spezielle Untersuchung der Durchblutungs- und Belüftungsverhältnisse der Lunge. Der häufigste Grund zur Durchführung einer Lungenszintigraphie ist der Verdacht auf das Vorliegen einer Lungenembolie (Gefäßverschluss in der Lunge).

 

 

 

 

Weitere Bezeichnungen: Lungenperfusionsszintigraphie
Verwendetes Kontrastmittel: Technetium Tc-99m MAA

 


Was ist eine Lungenszintigraphie?

Die Lungenszintigraphie (hier: die Lungenperfusionsszintigraphie) ist ein nuklearmedizinisches Untersuchungsverfahren zur Beurteilung der Lungendurchblutung (Perfusion). Hierbei werden die regionalen Durchblutungsverhältnisse der Lungen bildlich dargestellt und lassen sich regional berechnen (quantifizieren).

 

Wann ist diese Untersuchung erforderlich (Indikation)?

Die Hauptindikationen ist der V.a. eine Lungenembolie, die ein lebensbedrohliche Erkrankung darstellt. Bei ca. 20 % aller Patienten, die im Krankenhaus sterben, ist eine akute Lungenembolie die unmittelbare Todesursache. Bei einer Lungenembolie kommt es zu bedrohlichen Verschlüssen der Lungengefäße. Es resultiert eine verminderte Sauerstoffaufnahme des Blutes und eine starke Belastung des Herzens. Mit Hilfe der Lungenperfusionsszintigraphie wird die Durchblutung der Lunge erfasst und die Folgen der Gefäßverschlüsse dargestellt.

Weitere Indikationen zur Durchführung einer Lungenperfusionsszintigraphie sind Abschätzungen der Lungenfunktion vor geplanten Lungenoperationen (z.B. Lungenkrebs), die Berechnung von Durchblutungsveränderungen im Rahmen von Erkrankungen des Herzlungenkreislaufs bzw. bei angeborenen Anomalien der Lungen.


Wie läuft die Untersuchung ab?

In die Blutbahn bzw. in eine Vene am Arm wird eine geringe Menge einer schwach radioaktiv markierten Substanz gespritzt (injiziert), die sich dann im Lungengefäßbett niederschlägt bzw. in noch durchbluteten Lungenarealen anreichert. Dabei kann man gut die Durchblutung auch kleiner Lungengefäße darstellen und insbesondere das Ausmaß von Durchblutungsstörungen bei Lungenembolien erfassen. In Lungenarealen, die nicht mehr durchblutet werden, findet z.B. keine Anreicherung statt.

Während der Untersuchung liegt der Patient möglichst ruhig auf dem Rücken auf einer Untersuchungsliege. Mit einer Gammakamera werden dann aus unterschiedlichen Perspektiven verschiedene Einzelaufnahmen (sogenannte planare Aufnahmen) der Lungenabschnitte angefertigt (Aufnahmen der Vorder- und Rückseite sowie spezielle seitliche Aufnahmen). In Abhängigkeit der Fragestellung können auch zusätzliche tomographische Aufnahmen erforderlich sein (sogenannte SPECT-Aufnahmen). Die Untersuchungszeit kann etwa 20 bis 40 Minuten betragen.


Ist eine spezielle Vorbereitung notwendig?

Für die Untersuchung ist keine spezielle Vorbereitung erforderlich. Der Patient muß auch nicht nüchtern sein. Medikamente müssen nicht abgesetzt werden, da sie die Untersuchnung nicht beeinflussen.


Gibt es Nebenwirkungen?

Bei der Injektion kann es sehr selten zu allergischen Reaktionen kommen, da es sich bei der radioaktiv markierten Substanz um Eiweißbestandteile handelt. Solche Auswirkungen sind aber gut zu beherrschen.


Wann darf die Untersuchung nicht durchgeführt werden (Kontraindikationen)?

Eine relative Kontraindikation stellt eine Schwangerschaft oder Stillzeit dar, ferner auch eine bekannte Unverträglichkeit oder Allergie gegenüber dem Präparat.


Wie hoch ist die Strahlenbelastung?

Da die Substanz nur schwach radioaktiv ist, ist die Untersuchung nur mit einer geringen Strahlenbelastung verbunden, etwa in der Größenordnung einer normalen Röntgenuntersuchung.

 

Wer bezahlt die Untersuchung?

Die Lungenperfusionsszintigraphie ist eine Regelleistung von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen.